Finca „El Mayor“
Die Del Campos, eine Familie spanischer Herkunft, gehörte einst zu den Großgrundbesitzern Cubas. Nach der revolutionären Wohnungs- und Bodenreform bleibt dem Familienoberhaupt Nicanor nur noch das alte Landhaus seiner Vorväter. Dort hat sich die Familie zurückgezogen und versucht zu leben, als hätte die Revolution nicht stattgefunden. Fast nichts haben sie in ihrem Haus seit 50 Jahren verändert – doch inzwischen steht das Gebäude kurz vor dem Einbruch. Nach der Revolution wurden die Bäume im Umland durch Sprengung gerodet und machten die Fundamente des Hauses brüchig. Versprengte Äste krachten in den Dachstuhl. Durch die Risse regnete es hinein und ließ die Wände vermodern. Der Garten hinterm Haus wo die Familienmitglieder einst heirateten, ist verwildert, und selbst die kleine Grotte, in der früher ein steinernes Bildnis der Jungfrau Maria stand, ist zugewachsen und überwuchert. Auch der ehemalige Grundbesitz ist zerstört: nach der Agrarreform baute man durch die Ländereien eine Autobahn und flutete den Rest durch einen riesigen Stausee. „Nichts ist so, wie es einmal war“, sagen die Bewohner der Finca.
