SYNOPSE:


Havanna - „Perle der Karibik“, Hauptstadt der revolutionären Republik Kuba. Die Schönheit

der Stadt ist geprägt von der Poetik der Ruine. Wenig poetisch ist die Ruine Havanna für

diejenigen, die sie bewohnen. Hauseinstürze mit Toten stehen auf der Tagesordnung. Für die

Bewohner ist der Verfall der Stadt und ihrer Wohnhäuser eine ständige Quelle des Schmerzes

und der Schuldgefühle.


Der Film porträtiert fünf Personen aus Havanna, die in Gebäuden in verschiedenen Stadien

des Einsturzes wohnen. Sie alle versuchen, aus einer Existenz zu fliehen,  die durch das

Wohnen in einer Ruine selbst zur Ruine zu werden droht. Klempner Totico flüchtet sich aus

dem lärmenden Inferno seiner Mietskaserne im Zentrum Havannas zu den Tauben auf der

Dachterrasse.  Der Obdachlose Reinaldo hat in den Trümmern eines Theaters Unterschlupf

gefunden, in dem einstmals Caruso vor der High Society sang. Die frühere Millionärsgattin

Misleidys läßt den goldenen Käfig ihrer Ehe hinter sich, um im Schutthaufen eines

ehemaligen Luxushotels vergangenen Zeiten nachzuträumen. Der enteignete

Großgrundbesitzer Nicanor kämpft gegen den Verfall seines Vaterhauses, um zumindest im

Kleinen so zu leben, als habe die sozialistische Revolution nicht stattgefunden.  Schriftsteller

Ponte baut sich eine Philosophie der Ruine und macht sich so  den allmählichen Einsturz der

Stadt und des politischen Systems erklärbar und ertragbar.


HAVANNA – DIE NEUE KUNST, RUINEN ZU BAUEN erzählt die Geschichten von

Menschen, die jeden Tag darauf warten, daß ihnen das Dach über dem Kopf zusammenstürzt

und dennoch nicht ausziehen wollen. Andernorts wären ihre Wohnstätten längst renoviert, in

Museen umgewandelt oder abgerissen worden. In Havanna dagegen sind die Ruinen belebt –

dabei aber auch, wie die Bewohner resigniert feststellen müssen, die Leben ruiniert.