Teatro Campoamor


Entstanden Anfang des Jahrhunderts, gehört das Teatro Campoamor an der Grenze von Habana Vieja eigentlich zum UNESCO-Weltkulturerbe der Menschheit. Doch im Unterschied zum berühmten Gran Teatro de La Habana, das den Stadtplanern heute als Vorzeigeobjekt der fortschreitenden Sanierung dient, ist das im selben Häuserblock gelegene Campoamor völlig in Vergessenheit  geraten. Seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr bespielt, verwandelte es sich rasch in eine Ruine. Das Dach stürzte ein, die Bühne, die Logen und die Bestuhlung verrotteten im tropischen Regen oder wurden von Plünderern fortgetragen. Jahrelang diente der Zuschauerraum des Theaters als öffentlicher Fahrradparkplatz. Als neugierige Touristen und Fotografen – etwa der Amerikaner Robert Polidori -  den mit Rädern und Mopeds vollgestellten Zuschauerraum als bizarr-barockes Ruinenmotiv entdeckten, welches kaum dem Bild entspricht, das sich die cubanische Revolution geben möchten, wurde der Parkplatz geschlossen. Heute ist jedem Fremden der Eintritt strikt verboten. Wenn ein Ausländer erspäht wird, der mit einer Kamera das Gebäude zu betreten sucht, wird sofort die Revolutionspolizei gerufen.